Mittlerweile wächst verbreitet die Befürchtung, daß das gegebene Ordnungsgefüge ins Verderben führt.

Die meisten Staatsbürger haben den Glauben an die Gedeihlichkeit des politischen Systems verloren.

Viele Staatsbürger gehen nicht mehr zur Wahl. Und diejemigen, die ihr Votum abgeben, wählen das geringere Übel.

Umfragen belegen:
Von zehn Erwachsen wissen acht, daß die Personen und Parteien, die sich ihnen zur Wahl stellen, nicht halten (können), was sie versprechen. Nur zwei von zehn Erwachsenen setzen noch Vertrauen in eine politische Partei. Und diese zwei werden regelmäßig enttäuscht.

Immer mehr Zeitgenossen laufen in die Arme von Populisten.
Auch Extremisten finden reichlich Anhänger, seien sie ideologisch oder religiös ausgerichtet.

Terroranschläge indoktrinierter oder frustrierter junger Menschen häufen sich.

Freitags gehen Schulkinder auf die Straße, fordern die nötigen Maßnahmen zur Bewahrung der Biosphäre ein.

In der Tat grenzt, was heute auf der Erde ökologisch und politisch vonstatten geht, an Wahnsinn.

Das Bewußtsein, daß rasche Ab- und Umkehr nötig ist, breitet sich zusehens aus.

Die Menschheit ist reif für eine Idee.

Nachdem in Kürze das Finanzsystem zusammenzubrechen droht, mit Bürgerkrieg als wahrscheinlicher Folge, wird um so dringender nach einer Vorstellung gesucht, die geeignet ist, das Chaos zu beenden und eine friedliche Zukunft zu gewährleisten.

Unsere Mitbürger sollten tun, was sie in ähnlicher Lage immer getan haben und auch heute wieder tun: Sie sollten sich aus dem verderblichen Geschehen im Umkreis heraushalten und gemeinsam mit Nachbarn das für das eigene Überleben Nötige vollziehen.

Schon jetzt nehmen sich mehrere Kommunen die Selbständigkeit heraus, einige Viertel in amerikanischen Städten, das spanische Marinaleda, Gemeinden in Syrien und Somalia, der Slum Dharavi im indischen Mumbai.

Der Theorie zufolge führt Freiheit ins Chaos. In der Realität dagegen kann nur die Freiheit dauerhaften Frieden und nachhaltiges Denken und Handeln herbeiführen.

Friedrich Dürrenmatt:
"Will die Menschheit überleben, muß sie sich verschweizern".
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