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Leserbrief an verschiedene Zeitungen und Zeitschriften.


Der Soldat der Bundeswehr schwört, seinem Land treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Nun erklären die, die uns regieren, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes werde durch die Bewohner Afghanistans oder einen Teil davon bedroht. Dementsprechend verlangen sie von den deutschen Soldaten, ihr Land am Hindukusch zu verteidigen.
Was immer dieser Entscheidung zugrunde lag (9/11, Bündnistreue), es hätte erkannt werden müssen, was sich inzwischen bestätigt hat, daß die Bereitschaft zu Terroranschlägen nicht mit militärischer Gewalt zu beseitigen ist.
Tatsächlich hat der von der NATO geführte Krieg in Afghanistan uns den Terror erst ins Land gebracht. Just in diesen Tagen bieten die Terroristen an, ihren Kampf gegen Deutsche in Deutschland einzustellen, wenn die Bundeswehr aus Afghanistan abgezogen werde.
Demokratische Regierungen neigen dazu, statt der Ursachen deren Auswüchse zu bekämpfen. Damit läßt sich Handlung nachweisen. Deren Sinn und Erfolg wird in der Regel erst in der Zukunft nachgefragt. Da bleibt Hoffnung, daß die Sache sich mit der Zeit von selbst erledigt. Dies gilt um so mehr, wenn die Ursachenbekämpfung nicht ins politische Konzept paßt.
Das ist hier in besonderem Maß der Fall. Der Westen hat sich im Osten unbeliebt gemacht. Er hat dort Wut und Haß geweckt. Nicht von ungefähr. Dessen ungeachtet kann oder will er sein Verhalten nicht ändern.
Immerhin will Obama und sein Befehlshaber in Afghanistan jetzt das Volk auf seine Seite bringen. Das neue Kriegsziel heißt nicht mehr: Fangt Osama bin Laden, vernichtet die Taliban. Sondern (nicht zuletzt wegen erwiesener Erfolglosigkeit): stützt die dort mit westlicher Unterstützung installierte Regierung („Aufstandsbekämpfung“) bis sie selbst genügend Streit- und Polizeikräfte hat, um sich Umsturzbestrebungen erwehren zu können.
Die Frage ist nun, ob dieses Vorhaben in absehbarer Zeit oder überhaupt Aussicht auf Verwirklichung hat. Es verlangt immerhin, daß die afghanische Regierung in den Stand gesetzt wird, das Wiederaufflammen der Stammesstreitigkeiten, das Wiedererstehen der Selbständigkeitsbestrebungen einiger Landesteile sowie das Wiederherstellen eines radikal-islamischen Einheitsregimes zu verhindern. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß Spanien sein Baskenproblem nicht in den Griff kriegt, die Türkei nicht ihr Kurdenproblem, der Kongo und Somalia der Anarchie anheimfallen, dann dürfte die Politik sich hier eine Aufgabe gestellt haben, die mit der des Sysiphos einige Verwandtschaft aufweist.
Soldaten sind in der langen Geschichte der Menschheit oft für aussichtslose oder verwerfliche politische Zwecke mißbraucht worden. Der Verdacht, daß hier neuerlich Soldaten gezwungen werden, Leben, Gesundheit und Ansehen für ein unerreichbares Ziel (obendrein für einen fragwürdigen Zweck) hinzugeben, dürfte schwer auszuräumen sein. Trost nach Politikerart: Es gibt wieder einen Orden für besondere Tapferkeit.
Politik und Presse verlautbaren, dem Terror dürfe nicht nachgegeben werden. Das verlange ein Prinzip. (Mit einem Terroristen redet ein Regierender nicht. Tut er es, nachdem die Lage ihn zwingt, doch, erhält er gemeinsam mit diesem den Friedensnobelpreis. Das steht Obama und Osama noch bevor.)
Im übrigen, heißt es, zöge jedes Zugeständnis weitere Forderungen nach sich. Indessen, welche weiteren Forderungen stehen zu fürchten, nachdem wir die hauptsächliche erfüllt haben (unsere Truppen aus Afghanistan abgezogen)? Daß wir uns heraushalten aus dem, was die Menschen dort mit ihrer Entscheidungsfreiheit anstellen? Nun, das sollten wir in der Tat tun. Es geht uns schlicht nichts an. Außerdem haben wir genug vor der eigenen Tür zu kehren.
Karl-August Hansen, Oberst a.D., Rottenburg an der Laaber

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