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Das Gebot der Stunde.


Wissen und Können des Menschen bedingen einen Wandel im Denken und Handeln. Was immer er vormals unternahm, die Erde ertrug es. Jetzt sind ihm Einschränkungen auferlegt. Diese im erforderlichen Umfang auf sich zu nehmen, zeigt er sich unfähig. Das hat bedenkliche Folgen.

Hinzu kommt, daß die Menschheit sich in dem geschlossenen Lebensraum, den der von ihr bewohnte Himmelskörper darstellt, rasant vermehrt. Das führt zu einer Verknappung der Nahrungsquellen und benötigten Rohstoffe.
Dennoch nimmt sich ein Teil der Menschen (unbedacht und ungehindert) heraus, wesentlich mehr zu verbrauchen, als ihm zusteht, und mehr anzurichten, als ihm nachgesehen werden kann. Dagegen steigt der Anteil der Menschen, denen die Nahrungs- und Erwerbsquellen genommen sind, unaufhörlich.
Der Mensch hat sich auch die Möglichkeit geschaffen, alles, was in seinem Lebensraum geschieht, von innen und außen zu betrachten. Und er verfügt über Datensammler und Rechenmaschinen, die festhalten und bewerten, was sich aus den Beobachtungen und Geschehnissen ergibt. So bleibt ihm nicht verborgen, wohin die Fortsetzung dessen, was er unternimmt und unterläßt, führt.
Die 150 Wissenschaftler, die die UNO am Beginn dieses Jahrtausends beauftragte, zu ermitteln, wohin sich das Leben auf der Erde entwickelt (Millennium Projekt), kamen zu dem Schluß, daß von allen möglichen und denkbaren Entwicklungen die Selbstvernichtung der Menschheit in einem Krieg der Benachteiligten gegen die Bessergestellten die höchste Wahrscheinlichkeit hat.
Es bedarf nicht der Wissenschaftler, um umständlich darzulegen, daß die Fortsetzung dessen, was gegenwärtig auf der Erde geschieht, in eine existenzbedrohende Katastrophe münden muß. Wer, mit gesunden Sinnen ausgestattet, nicht wahrnehmen wollte, daß die Menschheit im Begriff ist, ihre Lebenschance zu überreizen, muß ein gewaltiges Maß an Ignoranz und Verdrängung aufbieten.
Soll die destruktive Entwicklung aufgehalten werden, gilt es, eine umwelt- und menschengerechte Form des Zusammenlebens zu finden. Das ist eine Bedingung, ohne die nichts mehr geht.
Maßgebend ist der Mensch. Von seinem Wesen, von seiner Natur hängt ab, ob auf der Erde Leben erhalten bleibt.
Nach Übereinstimmung aller großen Geister, die der Befindlichkeit des Menschen nachspürten, wird dieser von Grundbedürfnissen geleitet, denen ein hohes Maß an Unverzichtbarkeit innewohnt. Es sind dies Unabhängigkeit und Freiheit, Selbstachtung, ein Vorschuß an Vertrauen, Geborgenheit und Schutz vor Verletzung und Verlust durch das Wirken anderer.
Die gegebene Ordnung auf der Erde steht diesen Grundbedürfnissen entgegen.
Staat und Freiheit sind ein Widerspruch. Die repräsentative Demokratie soll ihn auflösen. In welchem Ausmaß das fehlschlägt, wird an vielen Aufständen, Krawallen und Protesten deutlich. Das liegt zum Teil an der Unzulänglichkeit der Repräsentanten. Im Grunde jedoch will sich der Mensch selbst vertreten, sein Verhältnis zur Gemeinschaft selbst bestimmen, selbst Einfluß nehmen auf das, was er beachten und vollziehen soll.
Die Staaten verstehen sich als Mehrer des Glücks ihrer Bürger. Dazu müssen sie ihnen Vorteile gegenüber anderen verschaffen. Daraus erwächst ein naturgegebener Gegensatz zu den anderen Staaten, der nicht selten nur kriegerisch abzugelten ist.
Die Staaten neigen zu Empfindlichkeit und Selbstüberschätzung. Das nötigt die Staatenlenker, untereinander eigentümliche Verrenkungen und Verguckchen zu vollführen. Auch verletzte Eitelkeit kann sich zur Kriegsbereitschaft auswachsen.
Ihre besondere Fürsorge gilt dem dominierenden Volk. Von Minderheiten wird das Aufgeben ihrer Eigenheiten, wird Anpassung verlangt. Und Bürger, die gegen ihren Staat aufbegehren oder ihm die Gefolgschaft verweigern, trifft die Unerbittlichkeit seiner Gesetze, nicht selten die Todesstrafe.
Die Staaten erheben Ansprüche. Sie fordern Achtung und Gehorsam. Doch sie leisten nicht, was zur Rechtfertigung ihrer Existenz und dieser Ansprüche ansteht. Sie vermitteln keinen Schutz vor Verletzung und Verlust. Die Gefahr, einem Terroranschlag oder einem Verbrechen anheimzufallen, ist so groß, daß viele Gemeinden dagegen eigene Vorkehrungen treffen. Und der Betrug ist gängige Praxis. Der Bürger betrügt den Staat und er wird betrogen, nicht nur von windigen Mitbürgern, sondern auch vom Staat.
Der Abbau von Moral und Rücksichtnahme wird überwiegend durch die Eigenart der Staaten hervorgerufen. Die Anonymität und die Gesetzeskälte führen zum Verlust an Geborgenheit und Selbstachtung, erzwingen Selbstsucht und fördern die Unbedenklichkeit und Gewaltbereitschaft.
Obendrein gelingt es den Staaten nicht, unter ihren Bürgern Gerechtigkeit herzustellen und soziale Konflikte zu vermeiden. Es gibt keinen Staat, in welchem die Bildung und Ausbildung, die Krankenheilung, die Hilfe für in Not Geratene, die Betreuung der Alten und Pflegebedürftigen auf zufriedenstellende Weise (ohne Dauerreform) gelöst sind. Das darf auch nicht verwundern. Die persönlichen Bedürfnisse einer Vielzahl von Menschen lassen sich von oben nicht regulieren. Das Leben ist zu vielfältig. Es entzieht sich einer umfassenden, vereinheitlichenden Lösung.

Sämtliche Gefährdungen, denen die Menschheit heute ausgesetzt ist, gehen auf die Existenz und Eigenart der Staaten zurück. Das Pochen auf Souveränität und Gebietserhalt führt Kriege, Bürgerkriege und Fluchtbewegungen herbei. Ihre Regelungswut läßt das Recht zum Unrecht entarten. Der Gigantomanie, die ihr entwächst, fallen die Natur, die Ressourcen und Möglichkeiten zur Eigeninitiative zum Opfer.
Inzwischen bricht die staatlich geförderte und gegängelte Wirtschaft zusammen. Die Banken haben das Spiel gespielt, das die Staaten vorgaben (jeder ist sich selbst der Nächste - nur frisch gewagt, das Risiko trägt der Staat). Der Markt (nicht staatliche Kontrolle) ließ die Blase platzen.
Jetzt häufen die Staaten Schulden an, die jedes gesunde Maß übersteigen. Sie entwerten ihre Währungen, treiben den Mittelstand in den Ruin. Das muß zu einem Kollaps führen, der die Bevölkerung ins Mark trifft.
Autoritäten, jüngst erneut der Papst, mahnen Friedfertigkeit an und das Einhalten moralischer Grundsätze – wohl wissend, daß sie in den Wind reden. Die gegenwärtigen Verhältnisse laufen jedem guten Willen zuwider. Sie stürzen die einen in Not und Verzweiflung, regen die anderen zu Ichbezogenheit, Gleichgültigkeit und Unbedenklichkeit an. Wut und Haß bekommen ständig neue Nahrung.
Die Staaten aufzulösen, sie durch eine Ordnung zu ersetzen, welche die Grundbedürfnisse des Menschen befriedigt und damit Frieden verbürgt, ist die Notwendigkeit schlechthin, ist das Gebot der Stunde.
Statt Achtung vor dem Staat ist Achtung vor dem Leben gefordert.
Frieden und Freiheit sind keine Utopie. Um Recht und Ordnung dauerhaft zu gewährleisten, muß keine neue Gesellschaftsform erfunden werden. Was aus der Bedrängnis hilft, ist seit langem bekannt und erfolgreich erprobt.
Stets, wenn Menschen sich in Freiheit eine eigene Ordnung geben konnten, haben sie eine gewählt, die ihren Bedürfnissen entsprach. So geschehen auf Island. Die rauhbeinigen Wikinger, nachdem sie dort Fuß gefaßt hatten, schmiedeten ihre Schwerter zu Pflugscharen um und lebten fortan im Einklang mit sich und der Natur. Desgleichen die Stedinger und Dithmarscher – bis die benachbarten Staatsgewaltigen, wie es ihre Art ist, der Idylle ein Ende setzten. Die Eidgenossen vermochten über ein halbes Jahrtausend hinweg ihre freiheitliche Ordnung aufrechtzuerhalten – bis Napoleon sie Zwang, ihren selbständigen Grundgliederungen einen staatlichen Rahmen überzustülpen.
Kennzeichen der selbstgewählten Ordnungen ist die Gemeindeautonomie. Wobei Gemeinde ist, wer Gemeinde sein will. Es gibt keinerlei Festlegungen, etwa hinsichtlich Gebietsgröße oder Bevölkerungsanzahl. Und was in ihr gilt und geschieht, bestimmen ihre Mitglieder ohne jede Vorgabe von oben oder außen. Zur Lösung der Probleme, die sie selbst nicht bewältigen können sowie zur Schlichtung von Streitigkeiten unter ihnen, schließen sie sich aus selbsterkannter Notwendigkeit zu Zweckbündnissen zusammen oder richten Gerichte ein.
Schon Kant vermutete, daß aus selbständigen Gemeinden eine freie Föderalisierung erwüchse, die bis zum Weltbund führe. Dieser hätte – zwangsläufig – das Gemeingut der Menschheit (die Weltmeere, die Pole, das Erdinnere, den Weltraum) zu verwalten und die Lebensbedingungen auf der Erde zu erhalten.
Nur Menschen, die nicht mehr in Notlagen geraten, die andere verschuldet oder verursacht haben, nur Menschen, die sich in die eigene Verantwortung für sich und ihr Umfeld gestellt sehen, sind fähig und bereit, sich die Einschränkungen aufzuerlegen, die das Miteinander und die Natur verlangen.
Die Forderung nach Selbstorganisation (eben und gerade auch auf gesellschaftspolitischem Feld) ist alles andere als außergewöhnlich.
Überall in der Welt entstehen gated, intentional und lifeboot-communities. Allein in den USA gibt es über 50 000 Gemeinden, die sich der staatlichen Ordnung und Gesetzgebung entziehen. Und ihre Zahl nimmt ständig zu.
3sat berichtete in seiner Sendung „nano“ am 29.1.2009: Im indischen Mumbai will die Stadt für die etwa eine Million Einwohner des Elendsviertels „Dharavi“ im Herzen der Megacity Häuser bauen und ihnen mietfrei zur Verfügung stellen, dazu Schulen, Sportstätten usw. Die Bewohner weigern sich. Ihr Sprecher, Joaquim Arputham, sagt: „Nichts sollte von oben nach unten geschehen. Alles sollte von unten nach oben kommen.“ Sie wollten kein von oben verfügtes und gestaltetes Dasein. Sie wollten selbst bestimmen über ihr Umfeld und ihr Leben.
Inzwischen unterstützt auch die Technik die Eigenständigkeit. Jede Gemeinde, vielfach sogar jeder Haushalt, kann sich selbst mit der benötigten Energie versorgen. Auch die Entsorgung von Abwässern und Müll wird zunehmend dezentral und naturverträglich möglich.
Der gesamte soziale Bereich wird von einer selbständigen Gemeinde besser bewältigt, als dies der treusorgendste Staat vermöchte, wobei gleichgültig ist, ob die Gemeinde eine kapitalistische oder kommunistische, eine tiefreligiöse oder völlig freisinnige Form des Zusammenlebens wählt.
Die Wirtschaft schließlich kommt sehr gut ohne den Staat aus. Auf sich gestellt bleibt in ihr Fehlverhalten und Fehlkalkulation nicht ungestraft. Und ohne die Mißtrauen ausdrückenden Regelungen von oben dürfte der ehrbare Kaufmann wieder in Erscheinung treten.
Auch das Tausch- und Aufbewahrungsmittel Geld bedarf des Staates nicht. Eine freie Wirtschaft brächte selbsttätig Privat- oder Freigelder auf den Markt, deren Konkurrenz gewährleistet, daß es zu Wirtschaftszusammenbrüchen nicht mehr kommt.
Die Entwicklung, die der Mensch genommen hat, verlangt, daß er Ordnung in seine Verhältnisse bringt. Logik und Konsequenz sind gefragt. Für Halbheiten und Kompromisse ist nicht mehr die Zeit. Jetzt muß das Ganze gewagt und gewollt werden.
Das, was sich über uns zusammenbraut, ist kein Verhängnis. Wir rufen es hervor. Wir haben auch in der Hand, es abzuwenden. Doch viel Zeit bleibt uns nicht dafür.
Soyons realistes – demandons l'impossible!


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