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Unser liebes Geld.


Geld ist ein Tauschmittel, sagt die Wissenschaft. In der Tat gebrauchen wir es zu diesem Zweck täglich.
Es ist (oder war?) auch ein Wertaufbewahrungsmittel. Als solches wurde es schon in der Frühzeit ebenfalls genutzt. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Dingen, die man dazu verwenden könnte, verdirbt es nicht, es ist unbegrenzt haltbar. Bis vor etwa hundert Jahren galt das weitgehend auch für den Wert. Wenn man es nach einiger Zeit aus dem Sparstrumpf holte, hatte es nur wenig oder nichts von seinem Tauschwert verloren.
Das ist heute nicht mehr der Fall. Und das macht das Geld, mit dem wir heute leben müssen, zu einem Problem.
Der Wert der Währungen, die heute im Gebrauch sind, sinkt beständig. Man spricht von einer schleichenden Inflation.
Die Ursache der permanenten Geldentwertung ist leicht aufgeklärt: Die gegenwärtig im Umlauf befindlichen Scheine und Münzen werden nicht mehr durch einen Sachwert, etwa Gold oder ein anderes Edelmetall, aufgewogen, sie haben also keinen eigenen Wert, sondern sie bilden das Versprechen eines Staates ab, ihnen einen Tauschwert auf dem Markt zu erhalten.
Seit Nixon 1971 die Goldbindung der Leitwährung endgültig aufhob, gibt es für die Herausgeber auch der anderen Währungen, den Staaten oder deren Notenbanken, keine Bindung mehr, die Menge der geprägten Münzen und Scheine zu begrenzen. Immerhin besteht eine Verpflichtung, ihren Wert zu erhalten.
Dazu sagt die Mathematik, daß ein Tauschmittel seinen Wert behält, wenn dessen Menge annähernd der Menge der auf dem Markt befindlichen Güter entspricht. Denn ist mehr Geld auf dem Markt als dort Waren vorhanden sind, dann verteilt sich das Mehr an Geld auf die wenigen Waren, sie verteuern sich. Daraus schließt der Volkswirt: die Geldmenge M 3 sollte jeweils dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) entsprechen.
Das indes ist eine Marge, die die Notenbanken nur selten einhalten. Sie richten sich vielmehr nach dem Bedarf. Und einer der größten Nachfrager ist der schuldenmachende Staat. Jedenfalls klafft die Schere zwischen der wirtschaftlich zulässigen und der tatsächlichen Geldvermehrung zunehmend weit auseinander.
Nach Eberhard Hamer hat sich die Gütermenge der Welt in den letzten dreißig Jahren vervierfacht, die Geldmenge jedoch vervierzigfacht.
Die Wertminderung seiner Währung beginnt den Bürger zu beunruhigen. Das veranlaßt die Politik, nach einem Weg zu suchen, die Sache zu kaschieren. Die staatlichen Statistiker erfanden dazu einen Trick. Sie bedienen sich eines Warenkorbs, den sie mit Gütern des täglichen Bedarf bepacken. Deren mittleren Marktpreis ziehen sie zur Ermittlung der Teuerung heran. Der Korb freilich hat die fröhliche Eigenschaft, sich beliebig füllen zu lassen. Gelingt es, ihn mit möglichst vielen Waren zu bestücken, die sich in letzter Zeit verbilligt haben (und die gibt es, wie jeder weiß, eben auch), dann erhält die Geldentwertung ein Niveau, das sich wesentlich weniger dramatisch ausnimmt als deren tatsächliches Ausmaß.

In den USA, wo die Krise ausbrach, betrug die Teuerung 2007 angeblich (dargelegt vom Burreau of Labor and Statistics (BLS)) CPI-U 2,9 Prozent . Die nicht nur gefühlte, sondern tatsächliche Geldentwertung (Differenz aus vermehrter Geldmenge M3 und Bruttoinlandsprodukt), berechnet vom Shadow Government Statistics (SGS), betrug jedoch für den gleichen Zeitraum 10,5 Prozent. Für Februar 2008 stellten sich die unterschiedlichen Werte wie folgt dar: CPI-U ca. 4 Prozent, SGS-Alternate CPI ca, 11,8 Prozent.
Für den Euroraum wurde die offizielle Inflation (HICP) für 2007 mit 2,1 Prozent angegeben, die wahre Inflation betrug (nach Wiederstein) 8,5 Prozent. Für das vierte Quartal 2007 lautete das offizielle Ergebnis 2,9 Prozent, Wiederstein errechnete 9,8 Prozent.
Die Mathematik erlaubt es, eine „Geldhalbwertszeit“ zu bestimmen, also jene Zeitspanne, in der inflationäres Geld die Hälfte seines Wertes verliert. Bei einer Entwertung von 2 Prozent beträgt diese Zeit 35 Jahre, bei 3 Prozent Inflation sind es 23 Jahre. Unter den tatsächlichen Verhältnissen, nämlich bei 9 Prozent im Euroraum sind es acht, bei 12 Prozent in den USA sind es sechs Jahre.
Die Banken, ehemals eher für die Geldausleihe zuständig, sind heute für die Aufbewahrung des momentan nicht Gebrauchten unentbehrlich. Denn nur, wenn das Ersparte sich mit der Zeit vermehrt, Zinsen erhält, ist zu verhindern, daß es sich binnen kurzem auflöst.
Nun verhält es sich jedoch zunehmend so, daß die Zinsen, die die Banken für Sparguthaben gewähren (gewähren können, aufgrund des von der Notenbank festgelegten Leitzinses), die Geldentwertung hinter sich lassen. Der gewünschte Effekt also, sein Erspartes nicht dahin schwinden zu sehen, bleibt aus.
Dem Bürger bieten sich drei Möglichkeiten, dieser Gegebenheit zu begegnen.
Er kann erstens auf das Sparen verzichten. Er kann sein Geld auszugeben, so lange er noch Nennenswertes dafür bekommt. Die Deutschen zum Beispiel reisen gern. Der Tourismus boomt. Und was die Vorsorge für Notfälle und das Alter angeht, so darf man das getrost dem Staat überlassen. Er hat sich ohnehin die Sache bereits angelegen sein lassen, indem er in Pflichtversicherungen und Gemeinschaftsabgaben zwingt.
Die Gruppe derer, die sich so verhält, dürfte zwischen zehn und dreißig Prozent der Bürger umfassen. Und man kann nicht sagen, daß die Reaktion der Mitglieder dieser Gruppe (der Volkswirt erkennt hier den „Konsumdruck“) unangemessen ist.
In den USA übrigens erkannten viele Konsumenten, daß die Kreditzinsen sich geringer ausnahmen als die tatsächliche Geldentwertung. Darin ist eine Begründung für die Neigung vieler Amerikaner zu sehen, sich zu verschulden.
Der Bürger kann zweitens nach einem Weg suchen, sein Erspartes höher verzinst zu erhalten als die Teuerung.
Hier schlägt die Stunde der Versicherungsunternehmen. Sie versprechen für die bei ihnen geschlossenen Verträge hohe Überschußbeteiligungen. Deren Ausmaß jedoch deckt die tatsächliche Teuerung von Jahr zu Jahr weniger ab.
Dann kommen die Bankberater ins Spiel. Sie bieten ihren Kunden drei Stufen der Anlagemöglichkeit an, gestaffelt nach deren unterschiedlicher Sicherheit.
Die unterste Stufe mit dem geringsten Risiko ist wenig attraktiv. Sie verschafft dem Kunden zwar eine hohe Gewähr, sein Geld zurückzuerhalten, aber unter Inkaufnahme eines beträchtlichen Teuerungsschwunds. Zu den Angeboten dieser Stufe gehören alle Sparverträge, allerdings auch die meisten Tagesgeldeinlagen.
Unter Anlagen der zweiten Stufe könnte man solche subsummieren, die zu mehr als fünfzig Prozent erfolgreich verlaufen, dafür aber nur einen Gewinn versprechen, der gerade die Teuerung aufhebt oder nur wenig über ihr liegt.
Die dritte Stufe sodann enthält jene Anlagen, die, sofern sie reüssieren, was oft eben nicht der Fall ist, reiche Früchte tragen.
Für die Gruppe von Mitbürgern also, die dem Anliegen folgt, ihr Erspartes erhalten, möglichst gar vermehrt zu sehen (diesem „Renditedruck“ dürfte die Mehrheit erliegen) stellt sich heraus, daß es eine sichere Anlagemöglichkeit ohne Wertverlust für ihr Geld nicht gibt. Schon, wer nur die Inflation aufheben will, muß ein Risiko eingehen. Auf eine kurze Formel gebracht: Wer nicht zockt, verliert auf jeden Fall viel von seinem Geld.
Der Bürger kann drittens seinen Überschuß in beständige Sachwerte tauschen.
Als solche werden bevorzugt Edelmetalle und Edelsteine gehortet. Von ihnen wird bemängelt, daß sie keine Zinsen bringen. Tatsächlich schwankte der Goldkurs von 1982 bis 2006 zwischen etwa 350 und 450 Dollar pro Feinunze (ca. 30 g) hin und her. Wer allerdings vor 6 Jahren, als die Unze kurzzeitig für etwa 300 Dollar zu haben war, einen Barren erwarb, kann ihn heute für etwa 800 Dollar pro Unze verkaufen.
Der Platinkurs ist von Mitte 2005 (unter 1000 $) bis Mai 2008 beständig bis auf über 2000 Dollar pro Unze gestiegen. Seither fällt er und deckt sich jetzt etwa mit dem Goldkurs bei 800 Dollar.
Der beständigste Sachwert ist nach wie vor Grund und Boden. Auch sein Preis unterliegt Angebot und Nachfrage. Er wird aber nie ins Bodenlose fallen.
Das gilt bekanntlich nicht für Immobilien. Deren Wert hat eine große Bandbreite, von null bis enorm. Allerdings kann den Eigentümer aus dem eigenen Heim niemand vertreiben (sofern es unbelastet ist) und es fordert keine Miete ein. Aber an Wert gewinnt es nur selten. In den meisten Fällen frißt es nach und nach Kapital auf. Lukrativ sind nur gut zu vermietende Gebäude.
Kunst-Gegenstände finden viele Liebhaber. Da sie jedoch in ihrer Mehrheit keine Gebrauchsartikel sind, gilt für sie mehr als für jedes andere Gut, daß ihr Wert von der Nachfrage abhängt. Auch die wirtschaftliche Gesamtlage spielt für sie eine Rolle. Es gab Zeiten, die jüngste ist in Deutschland gerade sechzig Jahre her, da erhielt man für einen Perserteppich oder ein gutes Gemälde einen Sack Kartoffeln.
Sachwerte indessen sind auch Aktien und sonstige Beteiligungen. Börsenpapiere jedoch sind hoch spekulativ, wie jeder weiß. Sie erfordern beständige Aufmerksamkeit und sind allein von daher nicht jedermanns Sache.
Summa summarum: Um unser Geld steht es schlimm. Risikolos hat der Bürger keine Möglichkeit zu verhindern,, daß es ihm davonläuft.
Obendrein gilt es, folgendes zu beachten. Fast alle Staaten haben ihre Goldbestände in die Leitwährung Dollar eingetauscht. Achtzig Prozent des Dollarbestands befindet sich in den Tresoren von Noten- und anderen Banken außerhalb der USA.
Der Dollar jedoch ist aufgrund der immensen Staatsverschuldung der USA (weit über 11 Billionen $) eine der inflationärsten Währungen dieser Welt. Jede Abwertung des Dollars entreichert alle anderen Staaten. Doch wie wollen die USA ohne eine beträchtliche Abwertung sich ihrer Schulden entledigen?
Was zu tun ist, liegt auf der Hand: Das staatliche Geldmonopol muß gebrochen werden. Es werden entweder staatsunabhängige Notenbanken gebraucht, die eine „Qualitätswährung“ herausbringen mit dem Neutralgeldziel: Geldmenge gleich Gütermenge (Eberhard Hamer). Oder es werden Banken oder Bankengruppen benötigt, die ein Privatgeld herausgeben, das wieder an einen Sachwert gebunden ist, jederzeit also gegen den genannten Sachwert eingetauscht werden kann..


Quellen:
Eberhard und Eike Hamer: Der Weltgeldbetrug.
Gerd-Walter Wiederstein: Weimar, wir kommen. Auf dem Weg in die Hyperinflation. Gastbeitrag in „Smart Investor“ Heft 8 / 2008.
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