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Staatliche Verwahranstalten oder Bildung in Privathand.


Die Bevormunder und Betreuer gehen davon aus, daß, wenn der Staat die Eltern nicht zwänge, ihre Kinder in die Schule zu schicken, vielen Buben und Mädchen diese Fürsorge versagt bliebe. Allein, es gibt auch hochentwickelte Staaten ohne Schulpflicht – mit oft weniger Analphabeten als dort, wo der Zwang wütet.

In Erlangen wurde am 1.Februar 2007 eine 15jährige Gymnasiastin von einem 14-köpfigen Stoßtrupp der Polizei ergriffen und gewaltsam in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie verbracht. In der Grundschule war ihr Hochbegabung bescheinigt worden. Im Gymnasium erwies sich das Mädel jedoch nicht durchgehend als folgsam und bekam daher Schwierigkeiten.
Die Eltern wollen ihre Tochter seither zu Haus oder im das „Homeschooling“ erlaubenden Ausland unterrichten. Das jedoch läßt das Amtsgericht Erlangen nicht zu. Dies, obgleich die „Vollzeitschulpflicht“ für das Mädchen inzwischen abgelaufen ist. Es will nun die noch bestehende „Berufsschulpflicht“ durchsetzen.
Das Gericht ist natürlich im Recht. Es vollstreckt, was unsere Gesetze vorschreiben.
Fragt man nach den Gründen für diese Knute, so erhält man zur Antwort: Es ist schon richtig, daß die meisten Eltern an einer guten Schulausbildung ihrer Kinder interessiert sind. Leider jedoch gibt es Eltern, die, ließe man sie gewähren, ihre Kinder verwahrlosen lassen. Weil das so ist, ist der Zwang unumgänglich.
Die Gesetze sind nicht für die Guten, sondern für die Schlechten. Nur – gültig sind die Gesetze für alle. Das läßt die Guten leiden. Und es ist sehr die Frage, ob es die Schlechten überhaupt gäbe, wenn den Staaten nicht erlaubt wäre, sie zu erzeugen.
Eine funktionierende selbständige Gemeinde hätte andere Mittel, ihre Mitglieder von schlimmen oder schädlichen Handlungen abzuhalten.
Am 8.3.2007 hat nun der „Aktionsrat Bildung“, dem sieben namhafte Bildungsexperten angehören, sein Gutachten vorgelegt. Darin plädieren die Professoren unter anderem für autonome, privat finanzierte Schulen. Das trifft die Staatsgläubigen ins Mark. Und den Lehrerverbänden mißfällt, daß ihren Mitgliedern - dem Gutachten zufolge - der Beamtenstatus genommen werden soll. Die Lehrer sollen jederzeit entlassen werden können, wenn sie versagen.
Bei nüchterner Betrachtung muß jedermann klar sein, daß die Experten recht haben, daß nur durch Wettbewerb Leistung herausgelockt werden kann.
Auch im Bildungswesen ist der Staat überflüssig wie ein Kropf. Wenn nicht die Eltern, so haben selbständige Gemeinden ein vitales Interesse daran, daß die Kinder ihrer Gemeinschaft eine gute Ausbildung erhalten. Diesem Bedarf würde auf einem freien Markt unzweifelhaft ein Angebot gegenüberstehen.
Eltern, denen heute der Staat mehr als 50 Prozent ihres Verdienstes an direkten und indirekten Steuern abknöpft, hätten auch mehr Mittel, um die Kosten für die private Schulausbildung ihrer Kinder zu bestreiten. Und wo wirklich ein Vater oder eine Mutter nicht das Geld hätte, um die angemessene Ausbildung ihres Kindes zu finanzieren, spränge mit Sicherheit die Gemeinde ein.
Auch für die Festlegung der Bildungsziele bedarf es des Staates nicht. Weiterführende Schulen und Universitäten würden unverzichtbare Eintrittsvoraussetzungen verlangen müssen. Sie würden öffentlich machen, welche Vorkenntnisse sie beim Übertritt benötigen und durch Aufnahmeprüfungen festellen, ob sie vorhanden sind. Das gäbe den grundlegenden Schulen die Vorgaben für die zu erreichenden Ausbildungsteilziele.
Und was von der Vereinheitlichung zu halten ist, ist hier schon einmal behandelt worden (siehe im „Archiv“ unter „Bildungsnotstand“).
Es ist nicht nur so, daß der Staat entbehrlich ist. In Wahrheit richtet er Schaden. Ihm verdanken wir mißratene Eltern. Seinem Wirken entwachsen schlechte Schulen und nachlässige Lehrer. Auch der Chancengleichheit steht er entgegen. Das beweisen die gegenwärtig in ihm anzutreffenden Verhältnisse.
Selbständige Gemeinden dagegen dürften sich nicht entgehen lassen, ihren Nachwuchs – unabhängig aus welchem Stall er kommt - seinen Anlagen gemäß zu fördern. Auch in selbständigen Gemeinden bleiben die Menschen eigensinnig, selbstsüchtig und intrigant. Aber die Mehrheit verrät ihren Vorteil selten – zumindest nicht dauerhaft.

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