Föderalistische Partei Deutschlands 
Kontakt | Mitglied werden
Startseite FödPD-Logo

Wen oder was verteidigt die Bundeswehr am Hindukusch?


Um es vorweg zu nehmen: Bosnien und Afghanistan sind unseren Regenten gleichgültig. Verteidigt wird die eigene Existenz. Denn wenn Bosnien und Afghanistan zerfallen, dürften sich auch Frankreich und Deutschland nicht mehr lange halten können. Verteidigt also wird die Staatlichkeit, der Fortbestand des Staates schlechthin.

Das macht interessant, wie es um die Erfolgsaussicht bestellt ist. Gibt es die Chance, durch den Einsatz der Streitkräfte die zerfallenden Staaten zu stabilisieren?
In Bosnien sollte zunächst – nach dem Vertrag von Dayton (1994) - eine internationale Friedenstruppe binnen eines Jahres das Abfinden der Bevölkerung mit dem ihr aufgezwungenen Staatsgebilde herbeiführen. Die Truppen stehen heute noch dort. Ein Ende des Einsatzes ist nicht in Sicht. Die drei in dieses Staatsgefüge gepreßten Volksgruppen streben nach wie vor auseinander, inzwischen legal, über Wahlen.
Verhärtet sind auch die Fronten im Kosovo. Mit Mühe verhindern die Soldaten der KFOR, daß Serben und Kosovaren weiterhin über einander herfallen. Die Serben indes haben sich gerade eine Verfassung gegeben, die den Kosovo als unverzichtbaren Bestandteil ihres Staates festschreibt. Die überwältigende Mehrheit der Kosovaren dagegen verlangt einen eigenen Staat.
Vom Irak braucht hier nicht die Rede zu sein. Sein Auseinanderfallen ist offensichtlich. (Nur Bush und seine unmittelbare Gefolgschaft will das nicht wahrhaben.)
Neben dem Irak ist Afghanistan für die fremden Soldaten zur Zeit das gefährlichste Pflaster. Dieser Staat ist bisher nur über kurze Zeiträume hinweg ein einheitliches Gebilde gewesen. Zu unterschiedlich sind seine 30 Bevölkerungsteile. Selbst die Taliban konnten die Völker nicht einen. Es gibt schlicht unter den dort lebenden Menschen kein einheitliches Staatsgefühl. Sie sind Paschtunen, Tadschiken oder Aimak, im Norden Usbeken, Turkmenen oder Kirgisen. Menschen, die sich als Afghanen fühlen, sind eine Minderheit.
Der Einsatz der Streitkräfte, gerade wieder vom Parlament besiegelt, entspricht zugleich der gängigen Praxis unserer Politiker, dem Abschieben der Probleme in die Zukunft. Mit der zerstörten Natur, dem Entsorgen des giftigen und strahlenden Mülls sowie dem erzeugten Haß zwischen den Völkern sollen unsere Kinder und Enkel fertig werden. Und damit ihnen das nicht zu leicht fällt, hinterlassen wir ihnen auch noch eine Menge Schulden.
Den Soldaten, die unsere Regierungen in alle Welt schicken, bleibt nicht verborgen, was hier und um sie herum vor sich geht. Es kann nicht ausbleiben, daß sie nach dem Sinn ihres Einsatzes fragen. Wer derüber nachdenkt freilich, dem wird klar, daß irgendwann, sei es in 5 oder 20 Jahren, die Unternehmung beendet werden muß. Über kurz oder lang zieht die eigene Bevölkerung nicht mehr mit oder die dortigen Völker sind der Besatzung überdrüssig (welches Volk läßt sich schon dauerhaft unter Vormundschaft stellen?).

Und was der Abzug zur Folge hat, ist in Somalia abzulesen. Niemand, der nüchtern kalkuliert, kann sich darüber hinwegtäuschen, daß Bosnien, Kosovo, Irak, Afghanistan, Kongo das Chaos bevorsteht. (Dies nicht etwa, weil das Auseinanderfallen die Katastrophe ist, sondern weil von außen und von innen aus höchst selbstsüchtigen Motiven gewaltsam die Wiederherstellung des Gesamtstaates verfolgt wird. Gäbe man den Völkern, was sie verlangen, die Selbständigkeit - so gering an Zahl sie auch sein mögen -, dann wäre der Friede nicht mehr nur eine wohlfeile Floskel.)
Die Soldaten also wissen, daß sie auf verlorenem Posten stehen (sieht man von denen ab, die sich aus Karrieregründen das Infragestellen einer Regierungsentscheidung versagen). Der Mangel an Sinn indessen kann schon mal zu Frustreaktionen führen.
Natürlich ist moralisch verwerflich, respektlos, wenn ein Soldat mit einem Totenschädel posiert und sich dabei auch noch filmen läßt. Und es steigert die Gefahr, in der er selbst und seine Kameraden sich befinden. Wer hingegen darf verkennen, daß der Aberwitz seines nutzlosen, gleichwohl belastenden Auftrags ihn zu dieser Fehlleistung verleitet hat.
Vor allem aber, dürfen diejenigen, die ihn in diese Sitation gebracht haben, jetzt scheinheilig, heuchlerisch über ihn urteilen?
Mitglied werden
Geben Sie sich einen Ruck und lassen Sie einen Ruck durch das Land gehen.
Jeder Kopf und jede Hand wird gebraucht. Werden Sie aktiv als Mitglied der FödPD.
Mitglied werden ->

© Föderalistische Partei Deutschlands 2018 | Impressum