Föderalistische Partei Deutschlands 
Kontakt | Mitglied werden
Startseite FödPD-Logo

Integration, ein fragwürdiges Ziel.


Wenn irgendwo auf der Welt sich ein einzelner Fremder in einer bestehenden Gemeinschaft niederläßt, wird er sich rasch anpassen, die Gesetze und Gewohnheiten der Gemeinschaft annehmen, die Sprache, die dort gesprochen wird, erlernen. Doch sobald ein zweiter Fremder gleicher Herkunft auftritt, entsteht ein Anpassungsproblem.
Die Staaten wissen das. Ihr Konzept: Vereinzelung, die Neubürger gleichmäßig über das Land verteilen. Wo es dennoch zu Zusammenballungen kommt, ist das ungewollt und wird beklagt. Die EU-Justiz- und Innenminister setzten (am 19.11.2004 in Brüssel) 11 Gebote der Integration fest. Kern: Ihr m ü ß t - Grundwerte anerkennen, Sprache erlernen, Geschichte studieren, sich mit Institutionen vertraut machen, Gesetze befolgen (auch wenn diese euren religiösen Überzeugungen widersprechen).

Dazu gibt es - angeblich - keine Alternative.
Kein Zweifel, wir, die Alteingesessenen, haben das Recht, dieses Verhalten einzufordern. Aber erreichen wir damit, was wir wollen - Zufriedenheit, Friedlichkeit unserer neuen Mitbürger? Wirken Druck und Zwang dem Aufwachsen von Haß und Wut entgegen, halten wir uns damit den Terror vom Leib?
Die balkanesischen und russischen Fürsten dachten und handelten vor Jahren anders. Sie überließen den herbeigerufenen Schwaben und Sachsen einen Teil ihres Landes, in dem diese nach Nutz und Frommen siedeln durften. Diese dankten es ihnen. Zwar bewahrten sie über Jahrhunderte hinweg ihre Eigenart. Dennoch (besser: gerade deswegen) waren sie stets loyale Untertanen und brave Steuerzahler.

Auch die jungen amerikanischen Staaten bewiesen eine andere Vernunft. Wenn die Iren, Polen, Juden, Deutschen sich zusammenrotteten, um in der Fremde nicht allein zu sein, ließen sie die Behörden gewähren. So entstanden ethnisch geschlossene Siedlungsgebiete - nicht nur auf dem Land, auch in den großen Städten. Hier wurde selbst in der dritten Generation oft noch die heimatliche Sprache gesprochen und alte Gebräuche gepflegt.
Deutsche wanderten bis 1914 aus, weil ihrer zu viel waren in der Heimat und sie keine Chance auf Arbeit und Brot hatten. Fünfzig Jahre später wanderten die Türken aus, weil . . . Die Deutschen holten sie ins Land, weil sie fleißige Hände brauchten, weil vor allem solche Arbeit vorhanden war, die die Deutschen selbst nicht mehr übernehmen wollten.

Was angesichts dessen wäre, wenn die Europäer begriffen, daß in dem Bestreben der Zugewanderten, beieinander zu bleiben, die Muttersprache zu sprechen, den eigenen Glauben zu pflegen, nichts Bösartiges liegt? Und daß sie um so eher gute Mitbürger werden, je mehr die Altbürger für diese Bedürfnisse Verständnis aufbringen und ihnen nachgeben?

Niemand, kein Mensch kann, nachdem er seine Heimat verloren hat, zusätzlich seine kulturellen Bindungen abstreifen wie ein altes Hemd.
Zum Teil bewohnen die Neubürger schon geschlossene Gebiete. Was fehlt, ist der föderalistische Ansatz: Die Neubürger brauchen das Recht, sich selbst verwalten zu dürfen. Sie wollen eigene Kirchen (Moscheen), eigene Schulen, nach ihrem gewohnten Recht leben, von eigenen Rechtsorganen abgeurteilt, von eigenen Polizisten bewacht werden.
Wie stark das Verlangen nach Eigenständigkeit vorhanden ist und sich in einem anders gearteten Umfeld behauptet, beweisen u.a. die Amisch in den USA, in deren Dörfern es nach wie vor keine Autos und keine Bulldogs, keine Radio- und Fernsehgeräte gibt.
Hier zeigt sich, daß das Nebeneinander unterschiedlicher Lebensformen für die Gesamtgesellschaft völlig unproblematisch ist. Nicht aus "Parallelgesellschaften" erwächst Gefahr, sondern aus erzwungener Entwurzelung, die wir vernebelnd, beschönigend Integration nennen.
Was würde Berlin verlieren, wenn es in Kreuzberg einen türkisch verwalteten Stadtteil bekäme, in welchem allein die Türken selbst für Recht und Ordnung sorgten? (In die algerisch bewohnten Stadtteile von Paris traut sich ohnehin schon seit langem kein französischer Polizist mehr hinein).
Chinatown tut dem Charme von San Franzisco auch keinen Abbruch. Dessen Bewohner bleiben zwar Chinesen, sind aber dennoch gute Amerikaner, nicht nur als Steuerzahler, sondern auch als Verteidiger der gemeinsamen Sache. Und wenn sie auch untereinander Kanton sprechen, sie beherrschen das amerikanische Englisch zumeist ebenso gut - wer es aus beruflichen Gründen braucht allemal.
Wer hier von Gettoisierung spricht, kennt die Geschichte nicht. Der weiß nicht, daß die Juden im Mittelalter nicht ins Getto gezwungen wurden, sondern danach verlangten, innerhalb der Stadtmauern ein geschlossenes Wohngebiet zu erhalten, weil sie nur auf diese Weise ihre strengen Glaubensregeln einhalten konnten, etwa den Sabbat pflegen, ihre rituellen Bäder den entweihenden Blicken Fremder entziehen. Als sie dann nach Jahrhunderten der Angleichung aus dem Getto herausdrängten, war ihnen das - wie erwiesen - nicht verwehrt.

Wenn wir wollen, daß unsere Türken, Kurden usw. gute Mitbürger werden, von denen keine Gefahr ausgeht, dann müssen wir aufhören, sie unser Mißtrauen spüren, unsere Knute fühlen zu lassen, dann ist verständiges Entgegenkommen gefordert und Geduld.

Die Beispiele gelungener Integration beruhen nicht auf der gehorsamen Befolgung erteilter Auflagen, sondern auf eigenem Willen. Unter Zwang mißlingt jede Dressur.
Die unerwünschte Zuwanderung im übrigen aus dem Süden und Osten läßt sich nur unterbinden, indem dort Verhältnisse geschaffen werden, die es den Menschen erlaubt, in der angestammten Heimat zu verbleiben, ohne verfolgt zu werden oder Not zu erleiden. Und dazu bedarf es keiner Entwicklungshilfe (die nur die Machthaber reich macht) und keines Militäreinsatzes, sondern wiederum nur der Einführung des Föderalismus, der Verwirklichung der Selbständigkeit.

Mitglied werden
Geben Sie sich einen Ruck und lassen Sie einen Ruck durch das Land gehen.
Jeder Kopf und jede Hand wird gebraucht. Werden Sie aktiv als Mitglied der FödPD.
Mitglied werden ->

© Föderalistische Partei Deutschlands 2018 | Impressum